Evangelischer Frauenkreis Zella - ein Rückblick -

 

 

Als evangelische Frauenhilfe Zella wurde der evangelische Frauenkreis im Jahre 1932 von Frau Fritsch gegründet. Zur 1. Vorsitzenden wurde Frau Ploch gewählt. Ab dem Jahre 1934 leitete der neue Pfarrer Herr Carl die Frauenarbeit. In 1936 übernahm dessen Frau den Frauenkreis, und führte ihn auch durch die schwere Zeit des Nationalsozialismus. Als Grundgedanke standen immer der christliche Glaube und die Nächstenhilfe. In den 50er Jahren waren die Frauen schon sehr reiselustig. Im Jahre 1960, als das neue Pfarrhaus noch im Bau war, bestellten die Mitglieder und viele Helfer das Land am Pfarrhaus mit Gemüse und Kartoffeln. Der Erlös von der Ernte, die verkauft wurde, betrug 400,-DM. Dieser Betrag fand Verwendung für die Inneneinrichtung des Gemeinderaumes. Am 16.10.1960 fand die erste Frauenstunde im neuen Gemeinderaum mit 21 Frauen statt. Als Pfarrer Carl im Jahre 1967 in Ruhestand ging, übernahm Pfarrer Johannes Rohde die Pfarrstelle. Den Einführungsgottesdienst feierte die Kirchengemeinde am 08.10.1967. Pfarrer Rohe leitete von nun an die Frauenhilfe, die man später in Frauenkreis umbenannte. Die Vorsitzende wurde Anna Maria Bambey, die Schriftführerin Christa Rohde und Kassenwart Babette Reiblein. Der Frauenkreis war immer ein sehr aktiver Kreis. So wurde das Ausrichten der Kinderfeste, der Altennachmittage, der Weltgebetstage und der Osterfrühstücke übernommen. Auch die Reformationsfrauentreffen gestalteten wir zeitweise mit. Ebenso machte man es sich zur Aufgabe, Mitglieder des Frauenkreises bei Geburtstagen (über 70 Jahre) und bei Krankheit zu besuchen. Das Singen in Gottesdiensten, bei Jubiläen, bei Beerdigungen, in Krankenhäuern und Altenheimen gehörte ebenso zu den Aktivitäten. Die Pflege des Friedhofes, wobei sich auch Nichtmitglieder beteiligten, nahm man sich zu Herzen. Auch das Reisen wurde nicht vergessen. Die mehrtägige Fahrt nach Oberammergau zu den Passionsfestspielen ist besonders zu erwähnen. Die Mitgliederzahl wuchs in all den Jahren stark an (67 Mitglieder). Da war die Freude groß, als 1971 der Gemeinderaum vergrößert wurde und eine kleine Küche hinzu kam. Die Kosten für das Geschirr und die sonstige Ausstattung übernahm der Frauenkreis. Den Gemeinderaum nutzten nun auch vermehrt die Trauerfamilien bei Beerdigungen. Die Bewirtung der Trauergäste übernahmen zwei Frauen des Vereins mit Hilfe von privaten Helferinnen. Diese Tätigkeiten waren immer ehrenamtlich. In den Frauenstunden wurde viel gesungen, sodass ein 3-stimmiger Chor zustande kam. Ab 1981 übernahmen wir die Patenschaft für ein philippinisches Kind. Im Laufe der Jahre waren es drei Kinder, die unsere Unterstützung fanden. Am 16.05.1982 feierte der Frauenkreis das 50-jährige Jubiläum im Saale Bechtel. Nach der Grenzöffnung der DDR nahm die Gemeinde am 01.01.1990 Kontakt zu dem Ort Oberzella auf. Da dessen Orgel nicht mehr benutzt werden konnte, beschloss der Frauenkreis zusammen mit den Loshäuser Frauen einen Basar in Loshausen zu veranstalten. Den Reinerlös von stattlichen fast 9.000,- DM konnten die Loshäuser und Zellaer Frauen in einem Gottesdienst am 20.01.1991 in Oberzella, für die Erneuerung der Orgel, überreichen. In all den Jahren entwickelte sich auch ein guter Kontakt zu anderen Frauenkreisen, besonders zu Loshausen und Oberzella. Noch zu erwähnen wäre die Beziehung zum Diakonissenhaus in Kassel. 1991 trat Frau Bambey als Vorsitzende zurück und Frau Rhode übernahm den Vorsitz. 1992 stand das 60-jährige Jubiläum an. Aus diesem Grunde veranstaltete der Frauenkreis mit vielen Helfern am 13.06.1992 das 1. Backhausfest. Den Reingewinn in Höhe von 4.300,- DM bekam die Kirchengemeinde für den Kanzeldeckel. Am 24.02.2002 wurde das 70-jährige Bestehen wieder im Saale Bechtel gefeiert. Da die Vorsitzende Frau Rohde 2002 durch Umzug nach Ziegenhain zurückgetreten war, musste ein neuer Vorstand gewählt werden:

1.Vorsitzende Anneliese Dörrbecker,

2. Vorsitzende Ursula Rieß,

1. Kassiererin Marianne Friedrich, die das Amt schon 1980 von Babette Reiblein übernommen hatte,

2. Kassiererin Brunhilde Ide,

1. Schriftführerin Erika Braun,

2. Schriftführerin Inge Schmitt.

Frau Annchen Bambey hatte das Amt der Schriftführerin schon 20 Jahre ausgeführt. Ab 2008 übernahm Erika Rupp die Schriftführung.

 

2002 ging Pfarrer Rohde in den Ruhestand. Der Abschlussgottesdienst fand am 09. Juni mit anschließender Feier im Saale Bechtel statt. Auch hier beteiligte sich der Frauenkreis. Bevor der neue Pfarrer in Zella einzog, wurde das Pfarrhaus renoviert. Hierbei halfen die Frauen kräftig bei dem Putzen. Die Einführung von Pfarrer Rübeling fand am 11.08.2002 statt. Auch mit ihm konnte der Frauenkreis weiter geführt werden und die geliebten Reisen wurden nicht vergessen. Das Erntedankfest 2009 feiert die Kirchengemeinde im DGH mit Mittagessen und Kaffeetrinken. Über den Erlös freute sich die Kasse der Kirchengemeinde. In 2012 konnten wir das 80-jährige Jubiläum, verbunden mit dem Erntedankfest, im DGH feiern. Die Wahl des neuen Kirchenvorstandes und das Erntedankfest 2013 fanden am 29.09.2013 mit einem Kinder- und Gemeindefest, rund um die Kirche, mit Hilfe der Frauen statt. Ab 2014 war der 3-stimmige Gesang als Chor nicht mehr möglich. Die aktive Beteiligung der Mitglieder wurde immer weniger (altersbedingt) und neue Mitglieder kamen nicht mehr hinzu. Daraufhin wurden die Abstände der Treffen immer größer. Im November 2016 beschlossen die Mitglieder den Verein ruhen zu lassen und nur noch bei besonderen Anlässen aktiv zu werden. An diesem Tag trat auch Frau Dörrbecker als langjährige Vorsitzende wegen Krankheit zurück. Frau Rieß übernahm die weitere Leitung. Am 26.10.20017 beschloss der Vorstand den Frauenkreis zum 31.12.2017 aufzulösen, nach dem Motto – alles hat seine Zeit -. Das Vermögen des Vereins geht laut Satzung an die Kirchengemeinde Zella, die es ausschließlich für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verwenden darf. Es gebe noch vieles zu berichten, aber das würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Der Grundgedanke, der christliche Glaube und die Nächstenhilfe gingen in den 85 Jahren nicht verloren.

 

© Erika Rupp

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